Unterschrift hier

Shownotes

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Manchmal ist es nur ein Strich. Ein Name. Ein Datum: Und trotzdem bleibt danach kurz etwas in der Luft. In dieser Folge geht es um Zustimmung, Tempo – und um den Moment, in dem man merkt, wozu man gerade "ja" gesagt hat. Wenn dir diese Folge neue Impulse gibt, klicke oben auf das "+" oder "Folgen". So verpasst du keine der Geschichten. Meine Nachtfrequenzen findest du hier: https://www.praxis-kaulbarsch.de/nachtfrequenzen Vier Audio-Editionen für Tag und Nacht – für Schlaf, Liebeskummer, Süßimpuls und Prokrastination. Ich höre dich (Podcast) https://www.praxis-kaulbarsch.de/podcast/ Wenn du "Ich höre dich" unterstützen willst: Steady https://steady.page/ich-hoere-dich-mit-gloria-esther-kaulbarsch Kontakt: podcast@praxis-kaulbarsch.de Instagram: @gloria.esther.kaulbarsch Gloria Esther Kaulbarsch https://www.praxis-kaulbarsch.de Impressum: https://www.praxis-kaulbarsch.de/impressum Greve-Studio Berlin https://www.greve-studio.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Der Stift ist festgekettet.

00:00:03: Eine Kordel ausgefranzt, ein Kugelschreiber der schon zu viele Hände gesehen hat!

00:00:12: Er liegt da wie ein müder Zeuge.

00:00:17: Unterschrift hier, sagt er.

00:00:19: Mann hinterm Dresen und seine Stimme, hat diese Dresennruhe freundlich schnell geübt.

00:00:30: Du nimmst den Stift Und in dem Moment merkst du, wie seltsam das ist.

00:00:39: Du hältst deinen Namen in der Hand!

00:01:19: Darfst du ankommen?

00:01:23: Ich höre dich, der Podcast, der dich zurück zu dir führt.

00:01:30: Willkommen bei.

00:01:32: ich höre Dich mit Gloria Esther Kaulborsch!

00:01:37: Ich freue mich dass Du da bist Denn heute geht es um Unterschriften Um diese kleine Linie aus Tinte die manchmal nur Ein Handgriff ist, und manchmal ein ganzer Abschnitt.

00:02:01: Du stehst am Tresen Formular vor dir Linie unten Hinter dir raschelt eine Jacke.

00:02:09: Jemand reuspert sich als hätte die Welt es eilig.

00:02:14: Der Mann wartet.

00:02:16: du spürst den leichten Druck weiter Deine Hand setzt an und du kennst deine Standardbewegung, ein Schwung der ungefähr nach deinem Namen aussieht.

00:02:32: Ein Zeichen das man später selbst kaum liest.

00:02:37: dann hältst du kurz inne weil dir auffällt.

00:02:44: es gibt Unterschriften die sind nur Tinte Und es gibt unterschrifte Die sind ein Datum Ein Jahr, ein Ende, ein Anfang.

00:03:07: Du schreibst deinen Namen Buchstabe für Buchstabbe so dass du ihn selbst wieder erkennst!

00:03:16: Der Mann nimmt das Papier nickt, reicht dir das worum es ging und der Tresen ist schon beim nächsten Menschen.

00:03:27: Du gehst raus und der Stift bleibt zurück.

00:03:33: Der Stift bleibt immer zurück und du gehst mit deinem Namen weiter.

00:03:48: Und genau das ist der Punkt!

00:03:51: Dein Name geht weiter, auch wenn der Moment vorbei ist – der Stift ist weg, der Tresen auch.

00:04:01: aber etwas bleibt an dir hängen die Art wie Du Dich gerade unterschrieben hast.

00:04:13: Du läufst ein paar Schritte und merkst, dein Name hat nicht immer gleichgeklungen wenn du ihn geschrieben hast.

00:04:23: Manchmal liegt es an der Handschrift manchmal an dir.

00:04:32: Es gibt Tage an denen dein Name weich ist Und Tage an den er kantig isst.

00:04:41: Es gibt Zeiten, in denen du ihn mit Schwung setzt als wäre er leicht und Zeiten, indem du ihn so fest schreibst, dass der Stift das Papier drückt.

00:04:56: Und du kennst es vielleicht?

00:04:58: Du kannst an deiner Unterschrift erkennen wie du gerade lebst – eher wie eine Spur!

00:05:06: Manchmal reicht ein Blick auf den eigenen Kringel und du weißt….

00:05:13: Ich war nicht ganz da.

00:05:17: Manchmal war dein Name leicht.

00:05:21: Du siehst den Stand des Beamten vor dir, der Tisch auf dem das Papier liegt ist zu hell beleuchtet als wäre Licht dort Teil der Ordnung.

00:05:34: Der Stift ist gut, glatt, schwer genug dass er sich wichtig anfühlt.

00:05:47: Vielleicht mit einem Menschen, dessen Hand du gleich wieder suchst.

00:05:53: Die Luft im Raum ist konzentriert – still wie in einem Moment der bleibt!

00:06:03: Der Standesbeamte zeigt auf die Zeile Du boigst dich vor und für einen Moment wird alles in dir ernst.

00:06:16: Du schreibst deinen Namen Und du merkst beim Schreiben Der Name trägt heute ein Versprechen in sich.

00:06:29: Er steht für etwas, das über dich hinausreicht und gleichzeitig so konkret ist wie ein Ring am Finger!

00:06:41: Du setzt den letzten Buchstaben, hebst den Stift und du atmest aus als hättest du etwas festgemacht – dass bisher nur in der Luft hing.

00:06:56: Diese Art Unterschrift hat ein Gewicht, das man in der Handfläche spürt.

00:07:04: Und das ist eine gute Art Gewicht – klar!

00:07:10: In der Hand flächelspürbar.

00:07:15: Es gibt auch Unterschriften die du körperlich merkst bevor du den Stift überhaupt berührst.

00:07:25: Amtsgerichtsflur dieses Licht, das alles blass macht Schritte, Türen Stimmen, die irgendwo anfangen und nirgendwo landen.

00:07:43: Du sitzt da und wartest der Körper auf Durchhalten gestellt.

00:07:51: Dann ein Tisch Papier Zeile Ein Stift, der zu dünn ist.

00:08:02: Unterschrift her.

00:08:07: Deine Hand macht nicht dieselbe Bewegung wie beim Standesamt.

00:08:11: Sie wird fester.

00:08:14: Der Druck auf dem Papier ist anders, du merkst wie deine Finger den Stift halten als wollten sie etwas festhalten das längst weg ist.

00:08:28: Du schreibst deinen Namen und der Name steht plötzlich nicht für wir sondern für ich.

00:08:41: Das ist eine Härte die nicht geschniegelt ist.

00:08:46: Sie ist einfach da.

00:08:51: Du setzt den letzten Buchstaben!

00:08:54: Das ist kein Sieg, das ist ein Punkt.

00:09:02: und danach stehst du auf und du merkst der Raum bleibt wie er ist.

00:09:08: Das Licht bleibt blass die Schritte gehen weiter nur du hast etwas gesetzt dass nicht zurückgenommen wird.

00:09:21: Gibt es Unterschriften, die kaum jemand erzählt?

00:09:25: Weil sie so still sind.

00:09:30: Krankenhaus Kühle Luft Papier auf einem Klemmbrett Wörter, die den Gang plötzlich eng machen.

00:09:42: Jemand sagt Sätze, die routiniert sind weil sie jeden Tag gesagt werden.

00:09:49: Dann wird dir der Stift hingehalten.

00:09:53: Du liest Du nickst, du unterschreibst.

00:10:01: Die Hand wird dabei kurz kalt.

00:10:04: Der Stift fühlt sich fremd an – der Name wirkt anders als sonst, als hätte er den Kontakt zu dir verloren!

00:10:15: Du gibst den Stift zurück und du wünschst dir dein Name heute weniger zu tun?

00:10:26: Vielleicht ist das eine der härtesten Wahrheiten an Unterschriften.

00:10:32: Sie machen nichts besser, sie sind keine Umarmung – sie sind kein Medizin!

00:10:39: Sie sind eine Feststellung.

00:10:43: und trotzdem schreibst du, weil manche Dinge nicht nach Trost fragen sondern nach einer Linie.

00:10:53: Danach kommen wieder die Alltagsunterschrifte.

00:10:57: Empfang Bestätigung, hier gewesen abgeholt gelesen.

00:11:04: Dein Name wird dabei schnell kürzer unlesbarer.

00:11:10: Manchmal passt das Tempo, manchmal verschwindest du darin!

00:11:17: Das ist keine Moral es ist Beobachtung.

00:11:23: Du kannst deinen Namen so schreiben wie du gerade durch den Tag gehst Schnell, halb abwesend schon beim nächsten Punkt oder sauber anwesent in dieser Minute.

00:11:39: Und niemand merkt es außer dir!

00:11:45: Es gibt Menschen mit Unterschriften wie ein einziger Strich.

00:11:51: andere schreiben so sauber.

00:11:53: das ist fast altmodisch wirkt und manche Unterschrift sehen aus Als hätten sie unterwegs den Faden verloren.

00:12:02: Erst Mühe, dann Abbruch!

00:12:08: Du musst nichts deuten.

00:12:10: Es reicht zu spüren was passiert Wenn du deinen Namen schreibst Ob du da bist oder schon wieder weg.

00:12:22: Und dann ist da noch diese Mischung aus Komik und Würde die im Alltag auftaucht.

00:12:31: Du unterschreibst als erwachsene Person einen Zettel, der nach Kindheit riecht.

00:12:39: Eine Entschuldigung für die Schule!

00:12:42: Ein Formular für den Sportverein?

00:12:45: Irgendetwas mit.

00:12:47: hiermit bestätige ich.

00:12:50: Dein Name steht darunter wie ein Erwachsener auf einem Kinderstuhl und du musst kurz grinsen weil du merkst das Leben hat diese Momente die niemand geplant hat.

00:13:07: Und vielleicht ist genau dieses Grinsen wichtig, weil es dich daran erinnert dass du mehr bist als Funktion.

00:13:19: Du bist auch Mensch!

00:13:21: Du kannst die Absurdität sehen ohne sie weg erklären zu müssen und irgendwann unterschreibst du wieder etwas das sich gut anfühlt Der Mietvertrag für eine Wohnung, in der du wirklich wohnen willst.

00:14:14: Sie sind nicht romantisch, sie haben Richtung.

00:14:21: Und dann gibt es Unterschriften die Abschiede sind – ohne Publikum, weil ein Name unter einer Zeile manchmal reicht, damit ein Kapitel endgültig wird.

00:14:39: Und es gibt Unterschriften, die sind wie ein kleiner Beweis!

00:14:45: Ich war anwesend genug um mich zu verwischen.

00:14:53: Der festgekettete Dresenstift am Anfang hatte ich kurz angehalten, Tinte Papier Name Eine Handlung die dich nicht reden lässt Ein Name der nicht wegrutscht.

00:15:12: Darin liegt die Verbindung zwischen all diesen Szenen Standesamt Gericht Krankenhaus Alltag, Sportvereinzettel, Mietvertrag.

00:15:31: Es ist immer derselbe Körper die selbe Hand der selben Name.

00:15:38: und trotzdem fühlte sich jedes Mal anders an weil du jedes mal etwas anderes unterschreibst Deinen Zustand, deine Klarheit.

00:16:03: Und hier ist meine Frage an dich!

00:16:07: Welche Unterschrift in deinem Leben war leicht und welche hat Gewicht gehabt?

00:16:17: Wenn du magst Folge dem Podcast dann siehst du die nächsten Folgen so vor Ich höre Dich Bis dahin.

00:16:33: bleib bei dir Deine Gloria.

00:16:38: Dieser Podcast wird produziert im Gräwestudio Berlin.

00:16:44: Aufnahmeleitung Volker Gräwe Assistenz Lea Kretschmar und Taha Issa.

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