Gräfin Cosel – Angst vor dem Danach
Shownotes
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In dieser Folge nehme ich dich mit auf eine Reise durch die Mauern von Burg Stolpen und das bewegte Leben der Gräfin Cosel. Gemeinsam spüren wir, wie sich Enge zu Vertrautheit wandeln kann – und warum der erste Schritt ins Freie oft mehr Mut verlangt als ein ganzes Jahr auszuhalten. Ich erzähle dir von einer Frau, die zwischen Macht, Liebe und Gefangenschaft ihren eigenen Weg suchte, und davon, wie ihre Geschichte bis heute nachhallt. Während wir Fensterblicke und kalte Steine erleben, lade ich dich ein, über die eigenen Räume nachzudenken, die wir uns schaffen – und wann es Zeit ist, sie zu verlassen. Lass dich inspirieren, hinzuhören, zu fühlen und vielleicht selbst eine Tür zu öffnen. Wenn dir diese Folge neue Impulse gibt, klicke oben auf das "+" oder "Folgen". So verpasst du keine der Geschichten. Ich höre dich (Podcast) https://www.praxis-kaulbarsch.de/podcast/ Meine Audio-Editionen - Nachtfrequenzen - findest du hier: https://www.praxis-kaulbarsch.de/nachtfrequenzen/ Wenn du "Ich höre dich" unterstützen willst: Steady https://steady.page/ich-hoere-dich-mit-gloria-esther-kaulbarsch Kontakt: podcast@praxis-kaulbarsch.de Instagram: @gloria.esther.kaulbarsch Gloria Esther Kaulbarsch https://www.praxis-kaulbarsch.de Impressum: https://www.praxis-kaulbarsch.de/impressum Greve-Studio Berlin https://www.greve-studio.de
Transkript anzeigen
00:00:00: Du kaufst ein Ticket, als würdest du in eine Ausstellung gehen.
00:00:07: Dabei gehst du in einen Ort der einmal Zweck war.
00:00:13: Die Steine unter deinen Schuhen sind ungleich.
00:00:16: Das Geländer ist glatt von Händen.
00:00:20: In der Luft liegt nasses Mauerwerk selbst im Sommer Und genau das meint Selbst im Sommer.
00:00:33: Hier ist es kalt.
00:00:35: Stein, kalt!
00:00:39: Du spürst es an den Händen sobald du das Geländer berührst und du fragst dich einen Moment lang wie ein Mensch hier oben Jahre zählt ohne dass der Körper aufgibt.
00:00:58: Du steigst die Treppen hoch und dein Schritt wird leiser.
00:01:02: Der Ort zieht dir das Tempo ab.
00:01:08: Oben hängt eine Tafel.
00:01:11: Burg stolpen, ein Name, Gräfinkosl und darunter ein Datum.
00:01:23: Vierundzwanzigster Dezember, siebzehnhundertsechzehn heilich Abend nur ohne Feier.
00:01:45: Halli aloh!
00:01:48: Willkommen bei dir!
00:01:51: Will kommen bei.
00:01:53: ich höre dich Mit Gloria Esther Kaulbarsch.
00:02:00: Du musst nichts tun, nur hören und vielleicht ein wenig fühlen.
00:02:09: hier darfst du ankommen.
00:02:15: ich höre dich der Podcast der dich zurück zu dir führt.
00:02:22: willkommen bei.
00:02:23: Ich höre Dich mit Gloria Esther.
00:02:28: Hier erzähle ich dir Geschichten für mehr Ruhe, Klarheit und dein leises inneres Strahlen.
00:02:37: Ich freue mich, dass du da bist!
00:02:45: Vielleicht fragst du dich warum ich dir heute eine Frau aus einem anderen Jahrhundert mitbringe?
00:02:55: Weil diese Geschichte ein Muster zeigt das bis heute lebt.
00:03:02: Man kann sich an Enge gewöhnen bis sie vertraut wirkt.
00:03:09: Und manchmal, manchmal ist die offene Tür das Schwerste.
00:03:19: Du gehst weiter durch den Gang der den Körper automatisch schmaler macht.
00:03:27: Ein Fenster sitzt tief in der Mauer als hätte man es sparsam hineingeschnitten.
00:03:35: du schaust hinaus Wiese Wege Ein Stück Himmel.
00:03:44: Alles wirkt offen, genau das irritiert!
00:03:51: Der Raum ist schlecht – Stein, Holz ein wenig Licht Und trotzdem steht etwas in der Luft, dass du nicht wegdenken kannst.
00:04:06: Kosel Das ist kein Märchenname.
00:04:11: Das war eine Frau am Dresdner Hof Anna Konstantia von Brockdorf, später Reichskräfin von Kosel, geliebte August des Starken, offizielle Metresse, Titel Palais Kinder und ein schriftliches Eheversprechen das wie ein Zündfunke in einem höfischen System liegt.
00:04:49: Am Hof zählt man Lächeln Man zählt Blicke, man zählt bündnisse.
00:04:58: Kosel war zu klug um nur Dekoration zu sein!
00:05:05: Sie redete wo andere schweigen, sie redete Wo andere schwiegen – sie wollte Einfluss Wo andere den Kopf neigten.
00:05:23: Das ist der Punkt an dem Geschichten gern bequem werden Intrigen, Temperament eiversucht!
00:05:33: Hier oben wird nichts bequem.
00:05:38: Hier oben bleibt Zeit.
00:05:43: Du siehst die Ankunft vor dir – ohne dass du ein Bild brauchst.
00:05:49: Räder auf Kies, Schritte wachen Ein Schlüssel Eine Tür Die ins Schloss fällt Heiligabend Ein Datum, das man sich merkt, weil es dem eigenen Gefühl widerspricht.
00:06:18: Ich sag dir etwas Persönliches!
00:06:22: Diese Frau hat mich als Kind fasziniert.
00:06:27: Ich war mehrmals auf Burgstolpen – ich hab ihr Grab besucht.
00:06:33: und Ihr Todestag Der einund dreißigste März ist mein Geburtstag nicht das Jahr Der Tag, das hat diese Geschichte in mir festgehalten.
00:06:49: Über Jahre!
00:06:52: Du stehst hier oben und der Ort macht plötzlich ernst.
00:06:58: Du merkst wie schwer es ist über neunundvierzig Jahre zu sprechen ohne dass es hol wird.
00:07:09: Neunund vierzig Jahren ist kein Kapitel.
00:07:14: Es ist ein ganzer Satz, der nie zu Ende gesprochen wird.
00:07:21: Du gehst zwei Schritte – du hörst deinen eigenen Fuß!
00:07:25: Du hörst unten im Hof ein kurzes Lachen leise wie man an alten Orten leise wird.
00:07:34: Ein Kind trennt los und bleibt stehen weil es den Blick der Erwachsenen spürt.
00:07:42: Und du stellst dir vor wie das ist wenn Tage beginnen Ohne, dass sie irgendwo hinführen.
00:07:55: Am Anfang zählt man Schritte, Türen Geräusche.
00:08:04: Am Anfang ist jeder Schlüssel ein Ereignis Jeder Blick ein Hinweis.
00:08:12: Irgendwann verändert sich das Zählen Es wird leiser Es wird müder Es wird seltener.
00:08:25: Du stellst dir einen Morgen vor, an dem sie aufsteht und das Licht am Fenster sieht.
00:08:58: Änderliche gewöhnt, weil der Kopf sonst zerbricht.
00:09:05: Hier oben hat Gewöhnung einen Klang!
00:09:10: Er ist unauffällig.
00:09:13: Er ist stumpf.
00:09:16: Er isst ein Atem, der irgendwann keine Frage mehr stellt.
00:09:23: Es gibt Erzählungen über die Gräfenkosel, die hier auf Stolpen wie Nebel um die Mauern liegen – von Fluchtplänen, von Türen, die im richtigen Moment offen standen, gesichert ist.
00:09:42: Sie kam her, sie blieb sehr lange bis zu ihrem
00:09:50: Ende.".
00:09:53: Und dann gibt es eine Legende, die in Sachsen besonders zäh ist – das nach dem Tod August des Starkens sein Sohn August III ihr die Freiheit angeboten habe und dass sie abgelehnt hat!
00:10:11: weil sie sich an das Leben hier oben gewöhnt habe.
00:10:17: Wissenschaftlich belegt ist das nicht, es ist eine Erzählung!
00:10:22: Beweisen kann ich es nicht – Ich glaube trotzdem, dass ihr diese Freiheit irgendwann angeboten wurde und daß sie blieb Gewöhnung Angst vor dem dann nach.
00:10:42: Und gerade deshalb bleibt es im Kopf hängen Weil es eine Frage stellt, die einen trifft, wenn eine Tür offen ist.
00:10:56: Gehst du?
00:10:59: Oder bleibst Du, weil das drinnen vertrauter ist als das draußen?
00:11:09: Du stehst am Fenster und merkst diese Frage hat nichts Romantisches – sie ist nüchtern!
00:11:17: Sie betrifft nicht nur Burgen….
00:11:21: man richtet sich ein erst mit Gründen später ohne.
00:11:29: Du bleibst bei etwas, das eng ist weil du seine Regeln kennst.
00:11:35: Du bliebst bei etwas dass dich kleiner macht weil du gelernt hast darin zu funktionieren.
00:11:45: Du bleibt weil der erste Schritt ins offene mehr Mut verlangt als ein ganzes Jahr durchhalten.
00:11:59: Hier oben bekommt diese Mechanik einen Körper, ein Raum eine Treppe, ein Fenster.
00:12:09: Ein Leben das nicht zurückspringt.
00:12:26: Du gehst weiter durch die Burg du siehst Spuren Schrift Gegenstände ein paar Dinge die geblieben sind weil jemand sie aufbewahrt hat Und du merkst, wie leicht ein Mensch aus der Gegenwart anderer verschwinden kann – ohne dass er wirklich weg ist.
00:12:54: Am Hof war die Griffinkosel eine Figur an der sich alles rieb.
00:13:01: Hier oben wird sie einen Name auf einer Tafel und ein Grab in einer
00:13:09: Kapelle.".
00:13:11: Du stellst dir vor, was in neunundvierzig Jahren alles draußen passiert.
00:13:19: Herrscher sterben Nachfolger kommen Kriege ziehen durch Europa Menschen die damals jung waren werden alt Mode wechselt Sprache wechseln Und hier oben bleibt der Blick aus demselben Fenster.
00:13:40: Du bleibst stehen als würdest du etwas hören.
00:13:44: Dabei ist es nur dein eigener Schritt.
00:13:49: Und dann kommt eine Frage ganz leise.
00:13:54: Woran merkst du, dass du schon zu lange bleibst?
00:14:03: Es geht um eine Stelle die wieder wahr wird – ein Satz der endlich raus darf!
00:14:11: Eine Tür, die ihren Zeitpunkt bekommt…eine Entscheidung, die heute
00:14:19: fällt.".
00:14:22: Du schaust auf den Stein am Fenster, er ist neutral.
00:14:27: Er hält was an ihn gelehnt wird und genau das macht ihm so hart!
00:14:36: Er zeigt wie viel ein Mensch tragen kann wenn niemand ihn daran hindert.
00:14:46: Unten im Hof wirkt alles normal Menschen gehen Fotografieren, drehen sich, suchen die nächste Treppe.
00:14:58: Du gehst Richtung Ausgang Die Tür gibt nach wie Türen nachgeben, die oft geöffnet wurden Und du trittst hinaus und die Luft draußen wirkt fast zu leicht.
00:15:16: Vielleicht ist das die stille Pointer an alten Geschichten.
00:15:22: Freiheit fühlt sich am Anfang nicht wie ein Triumph an.
00:15:28: Sie fühlt sich wie Luft an, die wieder Platz hat.
00:15:35: Du gehst ein paar Schritte!
00:15:38: Du nimmst etwas mit, dass kein Museum ausstellen kann, das Gewöhnung einzuhäuse bauen kann – auch in Enge und dass man ausziehen kann, sobald man merkt, dass man dort wohnt.
00:16:13: Und wenn du magst, fahr nach Burgstolpen Geh die Stufen, spür den Stein.
00:16:22: Schau aus dem Fenster!
00:16:26: Und wenn dir beim Hören jemand eingefallen ist, schick die Folge weiter.
00:16:33: Abonnier den Podcast damit du die nächsten Geschichten findest, wenn sie kommen.
00:16:41: Die Hörpost kannst du auch gerne abonnieren, wenn du nah dranbleiben willst.
00:16:49: Wenn du ein Stück mit mir weitergehen möchtest….
00:16:53: Ich höre Dich.
00:16:55: Nachtfrequenzen, Audio-Editionen für Tag und Nacht.
00:17:02: Den Link findest Du in den Shownotes!
00:17:06: Ich höere Dich.
00:17:11: Bis dahin bleib bei Dir – Deine Gloria.
00:17:19: Dieser Podcast wird produziert im Greve Studio Berlin.
00:17:31: Aufnahmeleitung Volker Grewe Assistenz Lea Kretschmer und Taha Issa.
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