Die Keksdose
Shownotes
Dein Support für den Alltag: Professionelle Audio-Sessions zur Selbstregulation bei Kopfkino (Schlaf), Nasch-Impulsen (Süßigkeiten), Prokrastination, Liebeskummer (Abstand halten). Hier geht es zu den Studio-Aufnahmen: http://www.praxis-kaulbarsch.de/nachtfrequenzen/ Dieses Gefühl, schon am Ziel zu sein, bevor du wirklich angekommen bist, kommt dir das bekannt vor? In dieser Folge erzähle ich von einem Hotelmoment, der mich abrupt zurück ins Hier und Jetzt geholt hat – und davon, wie schnell wir im Alltag Türen öffnen, Zusagen machen und weiterhetzen, ohne wirklich zu prüfen, wo wir gerade stehen. Es geht um die kleinen Sekunden, die entscheiden, ob wir bei uns sind oder uns selbst überholen.
Ich lade dich ein, mit mir innezuhalten, hinzuschauen und diesen winzigen Schritt nicht zu überspringen. Denn manchmal reicht ein kurzer Moment der Achtsamkeit, um wieder bei sich anzukommen – im Hotel, im Alltag, im Leben. Lass dich inspirieren, Tempo gegen Präsenz zu tauschen und entdecke, wie viel Kraft in einem Atemzug liegt.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Im Hotel, ich drücke die Klinke.
00:00:04: Sie gibt nach!
00:00:06: Die Tür ist zu gewesen nur eben nicht abgeschlossen und genau das ist der Moment in dem ihr mir alles nach vorn kippt.
00:00:18: Ich bin schon halb im meinem Kopf.
00:00:21: Ankommen Schuhe aus Bett.
00:00:25: Ich schiebe die Tür auf, als wäre das hier längst entschieden.
00:00:31: Dann sehe ich sie – eine Keksdose auf dem Tisch!
00:00:37: Mein Blick hängt an dieser Dose, als hätte jemand in meinem Inneren einen Faden daran festgebunden ….
00:00:47: Ich gehe direkt hin ... Ich sehe kaum noch was links und rechts im Raum steht….
00:00:57: Komisch, ich denke gar nichts was man später noch gut erklären könnte.
00:01:03: Ich gehe einfach!
00:01:05: Ich nehme den Deckel ab.
00:01:09: in dem Moment setzt sich jemand im Bett auf das Bett steht nah am Tisch und diese Bewegung ein Mensch richtet sich auf ist so eindeutig, dass ich sie körperlich verstehe bevor mein Kopf hinterherkommt.
00:01:31: Ich lasse die Dose fallen oder den Deckel irgendwie beides.
00:01:37: es klappert!
00:01:39: Es ist egal – ich renne.
00:01:40: Ich renne bis ich wieder Luft bekomme.
00:01:46: Dann bleibe ich stehen stütze mich kurz an der Wand ab starre auf die Türen, auf die Zahlen auf den Teppich als müsste ich mich an irgendetwas festsehen.
00:02:01: Mein Herz hemmert!
00:02:03: Als hätte es noch einen anderen Job gehabt, als mich am Leben zu halten – mich zu bremsen.
00:02:13: Ich stehe da mitten im Flur und merke wie sehr mein Körper schneller gewesen ist als mein
00:02:20: Blick.".
00:02:22: Und dann merke ich es.
00:02:26: Falsches Stockwerk!
00:02:28: Ich bin eine Etage zu früh raus, ein Stockwerk.
00:02:36: Ich gehe hoch – diesmal laufe ich nicht, ich gehe und diesmal schaue ich.
00:02:43: Ich sehe die Zahlen an den Türen als wären sie plötzlich etwas Persönliches?
00:02:51: Ich sehe wie gleich diese Flure aussehen.
00:02:54: Vielleicht ist es sich sicher zu fühlen, weil man doch weiß wo man ist.
00:03:00: Obwohl man gerade gar nichts geprüft hat – dann stehe ich vor meiner Tür!
00:03:09: Sie ist zu, sie ist meine.
00:03:13: Ich mache auf und erst da merke ich wie sehr mein Körper noch im Rennen hängt.
00:03:21: Ich setze mich auf die Bettkante, atme aus und merke meine Hände zittern ein bisschen als hätten sie die ganze Zeit versucht, mich heimlich zu warnen.
00:03:38: Und ich merke, wie dünn dieser Abstand ist zwischen Ich bin hier und ich bin irgendwo anders.
00:04:04: Ein Stockwerk – Eingriff eine Sekunde in der der Kopf schon fertig ist und der Körper noch hinterherläuft!
00:04:15: Ich schaue auf meine Hände.
00:04:17: gerade eben haben sie die Klinge gedrückt als wäre sie meine.
00:04:24: Jetzt liegen sie auf meinen Knien und Zitter noch, als müssten Sie sich entschuldigen.
00:05:01: Ich höre dich, der Podcast, der dich zurück zu dir führt.
00:05:17: Willkommen bei ichhöredich mit Gloria Esther Kaulbarsch!
00:05:24: Ich freue mich, dass du da bist.
00:05:30: Als ich später an diese Sache denke bleibt mir nicht die Keksdose im Kopf auch nicht die Blamage.
00:05:40: Es bleibt mir dieser kleine Zwischenraum Der Moment im Flur, kurz nachdem ich stehen geblieben bin.
00:05:51: Dieser Moment hat etwas Entlarvendes!
00:05:55: Er zeigt wie schnell wir in etwas hineingehen weil wir uns in Gedanken schon dort eingerichtet haben.
00:06:05: Ankommen funktionieren weiter und wie wenig es manchmal braucht damit wir daneben legen ein Stockwerk.
00:06:18: Am nächsten Morgen sehe ich die Flure wieder.
00:06:23: Im Tageslicht wirken sie harmlos, fast freundlich!
00:06:27: Ich gehe zum Frühstück vorbei an denselben Türen den selben Zahlen und ich merke wie schnell mein Kopf schon wieder abkürzt.
00:06:37: Hier entlang – das kenne ich.
00:06:43: Und ich kenne es ja auch seit zwölf Stunden….
00:06:48: Es ist ein komisches Gefühl.
00:06:50: Man lebt in einem Gebäude, das einem nicht gehört und trotzdem nimmt der Kopf sofort Besitz davon.
00:06:59: Er richtet sich ein als hätte er das Recht dazu.
00:07:04: Und genau da fängt dieses Übersehen an – dass Nicht nach Dummheit aussieht sondern nach Selbstverständlichkeit!
00:07:14: Ich denke an die Keksdose und daran wie absurd das ist.
00:07:20: Ein Gegenstand reicht Und schon ist der Blick weg, und dann ist da dieser andere Blick.
00:07:30: Der fremde Mensch im Bett, der mich in einer Sekunde zurück in den Raum reist?
00:07:37: Nicht freundlich!
00:07:38: nicht sanft er wie ein Schnitt hier jetzt falsch.
00:07:47: Ich hab' mich in dieser Situation nicht dumm gefühlt.
00:07:50: ich habe mich menschlich gefühelt weil mir klar wurde Ich war so sehr im Ziel, dass ich den Weg ausgelassen habe.
00:08:03: Und das passiert nicht nur im Hotel – es passiert an einem ganz normalen Nachmittag!
00:08:12: Du hast eine Nachricht auf dem Display die du nur kurz beantworten willst.
00:08:19: Du kennst den Satz schon bevor du ihn schreibst?
00:08:23: Ein Ja mach' ich ein Kein Problem.
00:08:28: Und während deine Fingertippen merkt dein Körper längst, dass er gerade eigentlich still werden will.
00:08:36: Eine Minute Ein Artenzug Ein kleines Inhalten bevor du schon wieder etwas zusagst das du später in deinem Kalender widerfindest wie ein fremdes Möbelstück im eigenen Flur.
00:08:55: Das ist das was mich an dem Hotelmoment so klar trifft.
00:09:02: Ich war nicht unaufmerksam.
00:09:05: Ich war schnell, ich war effizient – ich war bereits im Ziel!
00:09:14: Und manchmal ist es genau dieses Tempo das uns aus der Spur trägt.
00:09:26: Tempo kann etwas Hartes haben auch wenn es gut gemeint ist.
00:09:32: Es drückt uns durch Türen, durch Zusagen und Tage Tja, und hinterher wundern wir uns, warum wir uns selbst nirgends mehr treffen.
00:09:48: Im Hotel waren es Türen – im Leben sind es oft Sekunden!
00:09:55: Eine Sekunde in der du ja sagst, obwohl du noch gar nicht weißt, ob du das wirklich willst?
00:10:04: Eine Sekünde, in der Du schon erklärst, Obwohl noch niemand gefragt hat.
00:10:12: Eine Sekunda in der DU Dich entschuldigst Obwohl es dafür keinen Anlass gibt.
00:10:21: Eine Sekunde, in der du dich beeilst weil du spürst dass jemand ungeduldig wird.
00:10:32: und da ist noch etwas das ich daran so gut verstehe Wir rennen selten weil es sich gut anfühlt.
00:10:42: wir rennen weil wir glauben wir müssten funktionieren im Rettungsdienst.
00:10:50: da gibt es eine Regel, die ich einmal gehört habe und nie vergessen habe.
00:10:57: Wer rennt macht Fehler – zügig!
00:11:03: Und mit Blick.
00:11:05: Das ist ein Satz.
00:11:06: der Heng bleibt, weil er dich nicht kleinmacht.
00:11:10: Er richtet Dich auf Er bringt Dich zurück in den Körper.
00:11:17: Und genau das ist es was Ich mir von dieser Hotelgeschichte Mitgenommen habe Als kleine Handbewegung im Inneren.
00:11:28: Erst schauen, dann gehen.
00:11:33: Der Satz wird klein Bist du merkst wie oft Du ihn überspringst.
00:11:40: Im Hotel da war es ein Stockwerk.
00:11:45: Im Leben sind es oft kleine Verschiebungen.
00:11:49: Du sagst zu schnell ja!
00:11:52: Du gehst in etwas rein bevor du überhaupt geprüft hast ob es dir gut tut.
00:11:59: Du antwortest, obwohl du eigentlich Kurzluft brauchst.
00:12:05: Und irgendwann fühlt sich das eigene Leben an als wäre man ständig einen Schritt voraus – nur nicht bei sich!
00:12:15: Ich mag an dieser Geschichte da sie mich nicht belehrt.
00:12:21: Sie stellt mich nur hin mitten auf den Flur und sagt Schau hin, schau die Zahlen an Schau wo du bist, schau was du gerade wirklich tust.
00:12:37: Weil zwischen ich gehe rein und ich bin richtig ein winziger Schritt liegt den wir oft überspringen.
00:12:52: prüfen ist keine Kontrolle Prüfen isst Respekt vor dir vor dem Moment vor dem was du gerade betrittst.
00:13:06: Und ich meine damit nicht die große Lebensprüfung, ich meine diesen kurzen Blick der dich zurückholt bevor du schon wieder im nächsten Zimmer stehst einen kleinen Abgleich.
00:13:22: bin ich wirklich hier oder bin ich schon drei Türen weiter?
00:13:29: Innerlich schon am Ende des Tages Im Urlaub sieht man es besonders gut, weil da alles dichter wird.
00:13:41: Andere Geräusche andere Wege andere Uhrzeiten andere Erwartungen und dann sitzt du da in einem Zimmer das du nicht kennst und merkst auf einmal wie sehr du dich normalerweise auf Routine verlässt.
00:14:03: Ich habe damals im Flur gelernt, was für mich zählt.
00:14:20: Das ist bei mir hängen geblieben und damit das nicht hübsch klingt und dann wieder verschwindet hat es bei mir eine feste Stelle bekommen – genau vor einer Bewegung!
00:14:34: Vor dem Griff an die Klinke, vor dem Ja, vor den nächsten Schritt der schon losläuft während ich innerlich noch Ich brauche das nicht zehnmal am Tag, einmal reicht mir als Erinnerung.
00:14:52: Manchmal setze ich mir dafür ganz bewusst einen Punkt – nicht im Kalender, eher im Körper!
00:15:01: Der erste Griff am Morgen bevor ich die Haustür öffne… der Moment bevor ich eine Nachricht abschicke... Ein kurzer Blick auf mich selbst, als würde ich mir kurz zunicken.
00:15:16: – Ja!
00:15:19: Ich bin da.
00:15:21: Dann gehe ich weiter.
00:15:25: Bevor du die nächste Tür aufdrückst, bevor du ja sagst.
00:15:32: Be vor du wieder in etwas hineingehst, weil du innerlich schon dort wohnst.
00:15:39: Das ist der Kern.
00:15:40: Kurz prüfen ob es wirklich Dein Stockwerk ist.
00:15:47: Manchmal rettet dieser kleine Schritt keinen Urlaub und kein Leben, errettet nur eine Minute – aber diese Minute gehört dir!
00:16:01: Und wenn dir beim Hören jemand eingefallen ist?
00:16:05: Schick ihm diese Folge nicht als Ansage eher wie ein kleines Stilles — ich hab an dich gedacht.
00:16:15: Und mehr braucht es
00:16:16: nicht.".
00:16:18: Wenn du ein Stück mit mir weitergehen möchtest, ich höre dich.
00:16:24: Nachtfrequenzen.
00:16:26: Audioeditionen für Tag und Nacht.
00:16:30: Den Link findest Du in den Show-Notes Und wenn du magst Folge dem Podcast dann siehst du die nächsten Folgen sofort.
00:16:41: Ich höre Dich Bis dahin.
00:16:48: bleib bei Dir Deine Gloria.
00:16:54: Dieser Podcast wird produziert im Gräwestudio Berlin.
00:17:00: Aufnahmeleitung Volker Gräwe Assistenz Lea Kretschmar und Taha Issa.
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