Die Leihfrist

Shownotes

Dein Support für den Alltag: Professionelle Audio-Sessions zur Selbstregulation. Hier geht es zu den Studio-Aufnahmen: http://www.praxis-kaulbarsch.de/nachtfrequenzen/ Kennst du das Gefühl, dich für Kleinigkeiten innerlich zu verurteilen? In dieser Folge erzähle ich, wie ein verspätetes Buch in der Bibliothek zum Auslöser für harsche Selbstkritik werden kann – und warum die Welt oft viel milder mit uns umgeht als wir selbst. Ich teile, wie wir lernen können, mit uns selbst klar und freundlich zu sprechen, auch wenn wir nicht perfekt sind. Es geht nicht darum, nie Fehler zu machen, sondern darum, den Moment nicht zusätzlich zu vergiften. Lass dich inspirieren, einen Ton zu finden, der dir gut tut – selbst wenn du mal einen Euro fünfzig zu spät dran bist. Wenn dir diese Folge neue Impulse gibt, klicke oben auf das "+" oder "Folgen". So verpasst du keine der Geschichten. Ich höre dich (Podcast) https://www.praxis-kaulbarsch.de/podcast/ Meine Audio-Editionen Nachtfrequenzen findest du unter: http://www.praxis-Kaulbarsch.de/nachtfrequenzen/ Wenn du "Ich höre dich" unterstützen willst: Steady https://steady.page/ich-hoere-dich-mit-gloria-esther-kaulbarsch Kontakt: podcast@praxis-kaulbarsch.de Instagram: @gloria.esther.kaulbarsch Gloria Esther Kaulbarsch https://www.praxis-kaulbarsch.de Impressum: https://www.praxis-kaulbarsch.de/impressum Greve-Studio Berlin https://www.greve-studio.de

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00:00:00: Du legst das Buch auf den Tresen, als würdest du etwas abgeben, dass zu lange in deiner Tasche gelebt hat.

00:00:10: Es ist später Nachmittag in der Bibliothek.

00:00:14: Der Boden schluckt Schritte Die Luft ist warm vom Heizen Und diese Stille liegt auf allem Nicht feierlich eher praktisch.

00:00:26: Stille die sagt Hier muss niemand laut sein.

00:00:32: Die Bibliothekare nimmt das Buch, dreht es einmal, scant den Kot.

00:00:39: Piep!

00:00:41: Du schaust nicht auf den Bildschirm, du schaunst auf deine Hände.

00:00:46: Als könnten Hände so tun als wäre alles pünktlich gewesen.

00:00:54: Noch ein Scan – piep dann dieses kleine Inhalten Eine Sekunde, die viel zuviel Platz bekommt.

00:01:05: Wenn man innerlich schon weiß was dort steht.

00:01:09: Ein Datum das nicht mehr zu dir passt!

00:01:15: Sie tippt du wartest und dein Kopf beginnt sofort zu reden Nicht in ganzen Sätzen in Stichen.

00:01:29: Schon wieder Natürlich, du kriegst es nicht mal hin ein Buch zurückzugeben.

00:01:38: So schnell geht das ein Buch, ein Datum und du stehst innerlich schon vor dir wie vor jemandem dem Du etwas vorwerfen willst!

00:01:51: Die Bibliothekaren hebt den Blick.

00:01:54: keine Mine, kein Tonfall – nichts was Dich einsortiert.

00:02:00: Sie sagt nur sind ein Euro fünfzig.

00:02:05: Und du blinzelst?

00:02:10: Ein Euro fünfzig!

00:02:13: Es ist so klein, dass es fast frech ist wie groß es sich bei dir gerade anfühlt.

00:02:22: Du greifst in die Tasche das Popmanee klemmt kurz Münzen klimpern.

00:02:28: Du suchst zu lange für so eine kleine Summe und während du suchst Merkst du etwas Peinliches?

00:02:40: Du willst dich erklären.

00:02:43: Du willst einen Satz anbieten, als würdest du dich freikaufen müssen mit einer

00:02:49: Geschichte.".

00:02:51: »Ich hatte ja ... Ich war ... Es ist gerade...«.

00:02:56: »Du sagst nichts davon!

00:02:58: Du legst einfach die Münzen hin.

00:03:01: Sie schiebt dir eine Quittung rüber ein Streifenpapier so leicht dass er eigentlich nur bestätigt.

00:03:10: Das hier war kein großes Ereignis, es war ein Vorgang!

00:03:17: Dann nimmt sie das Buch, legt es auf einen Stapel und sagt immer noch in diesen neutralen Ton – Alles gut?

00:03:25: Schönen Tag noch!

00:03:28: Das wars.

00:03:30: Keine Moral, keine Strafe außer dieser winzige Betrag.

00:03:37: Kein Blick der dich kleiner macht.

00:03:41: Du stehst da und merkst, die Außenwelt ist gerade deutlich milder gewesen als du selbst.

00:04:25: Darfst du ankommen?

00:04:30: Ich höre dich, der Podcast, der dich zurück zu dir führt.

00:04:37: Willkommen!

00:04:38: Willkommen bei.

00:04:39: ich höre Dich mit Gloria Esther Kolbersch und ich freue mich so sehr dass Du da bist.

00:04:51: Ich mag Bibliotheken genau deshalb.

00:04:56: Regeln ja aber kein gereden Leifrist, Rückgabe, Gebühr.

00:05:05: Das ist klar – das ist in Ordnung!

00:05:12: Und dann stehst du da einen Tick zu spät und es passiert etwas, dass mit Büchern gar nichts zu tun hat.

00:05:22: Du hörst dir zu ganz von selbst ein Buch, ein Datum, eine Zahl….

00:05:29: …und sofort tauch dieser Ton in dir auf den niemand von außen hört.

00:05:37: Manche Menschen haben in sich eine Stimme, die sagt »Okay, passiert!

00:05:43: Ich mach's jetzt« und manche haben eine Stimmen, die sofort die Akte aufschlägt – schon wieder.

00:05:53: Typisch du bist so.

00:05:57: Kurz hart endgültig obwohl es um Kleinkram geht.

00:06:04: Und was mich daran wirklich beschäftigt, diese Härte kommt oft bei den kleinsten Dingen.

00:06:13: Gar nicht bei diesen großen Lebensfragen!

00:06:16: Sie kommt bei einem Buch einer Frist – bei einem Euro Fünfzig.

00:06:25: Als wäre das ein Charaktertest?

00:06:29: Dabei ist es nur ein Zeitpunkt.

00:06:33: Kein Urteil.

00:06:36: Ich kenne dieses Gefühl aus Momenten, die banal aussehen aber innen dieses Ziehen haben.

00:06:44: Du kommst zwei Minuten zu spät, du antwortest einen Tag später, du vergisst etwas Kleides und plötzlich fühlt es sich an als hätte dein Wert einen Knick!

00:06:59: Das klingt zu groß für so etwas Kleines und trifft trotzdem weil es nicht um das Buch

00:07:07: geht.".

00:07:09: Es geht um den Ton, den du dir erlaubst wenn du merkst.

00:07:13: Ich war nicht rechtzeitig und da liegt etwas Entlastendes in dieser Szene am Tresen wie wenig die Welt daran interessiert ist dich wegen Kleinigkeiten zu verurteilen.

00:07:37: Die Bibliothekaren hat heute nicht gedacht Da kommt jemand der nichts hinbekommt.

00:07:45: sie hat gedacht Buch zurück, einsfünfzig.

00:07:50: Fertig!

00:07:52: Und das ist eine Form von Klarheit die man sich abgucken kann eher wie ein gerade Rücken ruhig sachlich nicht hart.

00:08:05: so klingt Klarheit in so einem Moment zu spät?

00:08:12: Okay jetzt ist es zurück Punkt und daraus entsteht Ruhe nicht umgekehrt.

00:08:22: Ruhe ist nicht der Preis, den man bekommt wenn man alles richtig macht.

00:08:28: Ruhe isst manchmal die Entscheidung Nicht noch extra zu beißen Wenn ohnehin schon ein kleiner Stich da ist.

00:08:40: Und dann gibt es noch diesen komischen Teil Die Gebühr!

00:08:47: Ich mag diese Zahl weil sie so entlarvend ist.

00:08:53: Wenn du ehrlich bist, ist das komisch – dass man innerlich eine Gerichtsverhandlung eröffnet wegen ein Euro Fünfzig.

00:09:03: Als würde man ernsthaft sagen «wegen dieser Summe möchte ich kurz mein Leben überdenken».

00:09:12: Und genau hier liegt etwas, das viele von uns kennen!

00:09:17: Wenn wir uns streng bewerten glauben wir verhindern, daß es wieder passiert.

00:09:25: Oft Passiert er das?

00:09:28: Du wirst müde, denn Strenge ist anstrengend.

00:09:35: Und sie macht dich nicht automatisch verlässlicher!

00:09:39: Sie macht Dich nur härter.

00:09:43: Klarheit isst etwas anderes, Klarheit ißt zu spät, bezahlt fertig und dann weiter.

00:09:55: Du gehest aus der Bibliothek raus, draußen ist es kälter Die Geräusche sind sofort wieder lauter, Autos schritte.

00:10:05: Irgendwo ein Telefon – du hast das Buch nicht mehr in der Hand!

00:10:13: Du hast die Quittung in der Tasche und du merkst, du bist leichter weil etwas gelöst ist, weil etwas erledigt ist.

00:10:28: Und dann tauch dieser Satz wieder auf, der am Dresen angefangen hat Schon wieder!

00:10:38: Diesmal kannst du ihn sehen, wie er ist.

00:10:42: Ein Reflex – kein Gesetz.

00:10:47: Du lässt ihn stehen Und setzt daneben etwas.

00:10:51: das stimmt Ich hab's zurückgebracht.

00:10:56: Mehr nicht.

00:10:57: Kein Urteil über dich Nur ein Fakt Und dieser Fakt reicht um Innenluft zu machen.

00:11:07: Das is die Quintessenz Nicht, dass man nie zu spät ist.

00:11:14: Sondern das man den Moment in dem man es merkt nicht noch zusätzlich vergiftet!

00:11:22: Du kannst zu späts sein und trotzdem anständig mit dir sprechen.

00:11:29: Du kannst einen Fehler korrigieren ohne dich dabei kleinzumachen.

00:11:37: Vielleicht gibt es heute oder morgen bei dir so einen

00:11:42: Moment.".

00:11:44: Nicht in der Bibliothek irgendwo anders.

00:11:48: Ein Termin, eine Antwort, eine Sache die du vergessen hast Und ich wünsche dir dann nicht den perfekten Ablauf.

00:12:00: Ich wünsche Dir einen Ton Der dir gut tut Einen Ton der nicht mehr daraus macht als es ist So wie dieser Dresen heute.

00:12:23: Eine Rückgabe, ein Euro Fünfzig.

00:12:27: Und dann?

00:12:29: Schönen Tag noch!

00:12:32: Wenn du diesen Ton in dir findest auch nur für ein paar Sekunden, dann entsteht etwas das ich mag.

00:12:44: Ruhe die nicht davon abhängt dass du alles richtig machst Klarheit die nicht wehtut und dieses leise, innere Strahlen das manchmal genau dann kommt.

00:13:01: Wenn du merkst ich bin nicht perfekt!

00:13:06: Und ich bleibe trotzdem bei mir.

00:13:12: Ich höre dich wenn Du ein Stück mit mir weitergehen möchtest.

00:13:18: Ich höhe Dich Nachtfrequenzen Audioeditionen für Tag und Nacht.

00:13:27: Den Link findest du in Inschonodes.

00:13:30: Und wenn Du magst, folge dem Podcast dann siehst Du die nächsten Folgen sofort!

00:13:40: Bis dahin bleib bei Dir – Deine Gloria.

00:13:48: Dieser Podcast wird produziert im Greve Studio Berlin.

00:13:54: Aufnahmeleitung Volker Grewe Assistenz Lea Kretschmar und Taha issa.

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