Ich kann das schnell übernehmen

Shownotes

Dein Support für den Alltag: Professionelle Audio-Sessions zur Selbstregulation bei Kopfkino (Schlaf), Nasch-Impulsen (Süßigkeiten), Prokrastination, Liebeskummer (Abstand halten). Hier geht es zu den Studio-Aufnahmen: http://www.praxis-kaulbarsch.de/nachtfrequenzen/ Homepage](http://www.praxis-kaulbarsch.de/nachtfrequenzen/)) Kennst du den Moment, in dem du schon handelst, bevor jemand um Hilfe bittet? In dieser Folge erkunde ich, wie aus spontaner Hilfsbereitschaft ein stiller Automatismus wird, der unsere Tage und unsere Energie prägt. Ich erzähle, warum dieser Satz so oft fällt, was er über uns verrät – und wie wir lernen, wieder auf uns selbst zu hören. Gemeinsam schauen wir darauf, wie du deine Rolle bewusst wählst, ohne dich zu verlieren. Lass dich ein auf eine ehrliche Reflexion über Verlässlichkeit, Selbstfürsorge und die Kunst, auch mal Nein zu sagen. Wenn dir diese Folge neue Impulse gibt, klicke oben auf das "+" oder "Folgen". So verpasst du keine der Geschichten. Ich höre dich (Podcast) https://www.praxis-kaulbarsch.de/podcast/ Meine Audio-Editionen Nachtfrequenzen findest du unter: http://www.praxis-Kaulbarsch.de/nachtfrequenzen/ Wenn du "Ich höre dich" unterstützen willst: Steady https://steady.page/ich-hoere-dich-mit-gloria-esther-kaulbarsch Kontakt: podcast@praxis-kaulbarsch.de Instagram: @gloria.esther.kaulbarsch Gloria Esther Kaulbarsch https://www.praxis-kaulbarsch.de Impressum: https://www.praxis-kaulbarsch.de/impressum Greve-Studio Berlin https://www.greve-studio.de

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00:00:00: Der Satz hat keine feste Adresse.

00:00:03: Er fällt in Küchen, in Büros und Familiengruppen am Ende eines Essens wenn keiner aufsteht vor einem Bildschirm, wenn ein Datei liegen bleibt zwischen Jacke- und Haustür, wenn noch etwas organisiert werden muss.

00:00:21: Ich kann das schnell übernehmen Und jedes Mal passiert dasselbe.

00:00:27: Irgendwo atmet jemand auf Irgendwo hat jemand plötzlich weniger auf den Töch.

00:00:34: Hallihallo, nur bei dir!

00:00:37: Willkommen bei dich vielleicht!

00:00:40: Will kommen bei.

00:00:42: ich höre dich mit Gloria Esther Kaulbarsch.

00:00:49: Du musst nichts tun Nur hören und vielleicht ein wenig fühlen.

00:00:58: Hier darfst du ankommen.

00:01:04: Ich höre Dich Der Podcast, der dich zurück zu dir führt.

00:01:11: Willkommen bei Ich höre Dich mit Gloria Esther Kaulbarsch!

00:01:37: mit dem ein Tag verlässlich weiterlaufen kann.

00:01:42: Gerade darin liegt seine Schönheit und sein Preis, denn dieser Satz fällt selten nur einmal!

00:01:53: Er ist kein Ausrutscher – er ist eine Haltung die sich über Jahre in die Stimme gelegt hat.

00:02:03: Eine Art in Räumen zu sein, eine Art sich selbst zurückzustellen, ohne dass es nach Opfer aussieht.

00:02:16: Viele Menschen kennen diesen Satz nicht nur als Satz – sie kennen ihn als Bewegung!

00:02:25: Ein Blick schweift über den Tisch und bleibt an dem Liegen was noch getan werden muss.

00:02:32: Eine Hand greift schon nach dem Teller….

00:02:36: ein Kopf ist längst bei der Lösung während die anderen das Problem noch sortieren.

00:02:45: Ein Schweigen dauert drei Sekunden und schon ist da diese alte Bereitschaft, die Lücke zu schließen!

00:02:56: Es fängt früh an – nicht unbedingt in großen Geschichten oft in kleinen sehr gewöhnlichen Häusern in Familien, in denen jemand zuverlässig sein musste.

00:03:12: In Schulklassen, in den man schnell merkte, dass Erwachsene erleichtert reagieren, wenn wenigstens einer die Sache ordentlich zu Ende bringt – in Freundschaften, in Dänen Mann diejenige wurde, die zurückschreibt, nachfragt, mitdenkt, mitträgt!

00:03:37: In Arbeitsräumen, in denen Verlässlichkeit schnell bemerkt und noch schneller benutzt wird.

00:03:46: So wächst dieser Satz heran – er wird geschätzt!

00:03:52: Er wird gelobt!

00:04:11: und all das stimmt ja auch.

00:04:15: Man sollte daran nichts kleinreden, es ist etwas Gutes wenn ein Mensch tragen kann.

00:04:30: Es ist etwas Gutes Wenn jemand einen Raum nicht im Stich lässt.

00:04:38: Es ist Etwas Gutes Wenn eine Sache in gute Hände gerät.

00:04:44: Nur lebt in diesem Guten oft etwas mit dass lange keinen Namen bekommt.

00:04:52: Du übernimmst selten nur die Aufgabe, du übernommst den Druck der gerade im Raum liegt – Die Unruhe, die Peinlichkeit das etwas noch offen ist, die Bequemlichkeit der anderen, die paar Minuten in denen niemand gern zuständig wäre… übernimmst oft die Stelle, an der ein Tag stocken könnte.

00:05:25: Und genau deshalb wird aus einem kleinen Satz mit der Zeit einen Muster.

00:05:32: Am Anfang sagt man ihn noch bewusst – später steht er fast schon bereit!

00:05:40: Noch bevor einer fertig ausgesprochen hat was fehlt spürst du schon dass du es schaffen könntest?

00:05:50: Noch bevor überhaupt entschieden ist, wer dran wäre hat sich in dir längst etwas nach vorne bewegt.

00:06:00: Das ist schwer zu erklären wenn man nicht so lebt.

00:06:07: Denn nach außen sieht es nach Hilfsbereitschaft aus und oft ist das auch.

00:06:13: Doch von innen fühlt er sich an manchen Tagen anders an!

00:06:19: Es ist als wäre in dir eine kleine Stelle ständig auf Empfang.

00:06:27: Nicht für Gefühle in erster Linie, für Aufgaben, für Übergänge – für alles was gerade in der Luft hängt und schnell einer Hand braucht!

00:06:41: Du betrittst einen Raum und siehst sofort was noch getan werden muss….

00:06:47: Der Tisch nach dem Essen, die Nachricht auf die keiner antworten will.

00:06:54: Die Liste, die sortiert werden muss, der Anruf den alle vor sich her schieben, die Datei, die noch unsorber ist und die Stimmung, die gerade abzusackend rot.

00:07:09: Andere merken es auch – aber du merkst es schneller!

00:07:16: Und genau aus dieser Schnelligkeit entsteht mit den Jahren eine Rolle, die verlässliche, die praktische.

00:07:27: Die bei der man etwas lassen kann weil es dort nicht liegen bleibt.

00:07:34: Die, bei der ein kleiner Seufzer schon ausreicht.

00:07:39: Die der man sagen kann du kannst das doch so gut!

00:07:45: Solche Sätze wirken harmlos sie haben etwas Schmeichelndes Sie geben einen ein Platz.

00:07:55: Und es stimmt!

00:07:57: Ein Mensch, der Dinge gut kann darf stolz darauf sein.

00:08:03: Nur verwechselt man diesen Stolz leicht mit Selbstverständlichkeit.

00:08:10: Für die anderen wird es selbstverständlich.

00:08:14: Für dich wird es

00:08:15: Gewohnheit.".

00:08:18: Und aus Gewohnheit wird irgendwann eine Art leiser Automatismus, der sich kaum noch wie eine Entscheidung anfühlt.

00:08:30: Du sagst den Satz und merkst erst später, dass du dich selbst dabei wieder nicht gefragt hast!

00:08:40: Wie voll bin ich heute gerade?

00:08:42: Was brauche ich

00:08:43: selbst?!

00:08:45: Will ich das wirklich

00:08:46: tun?".

00:08:48: hat das gerade mit Hilfsbereitschaft zu tun oder mit dem alten Reflex, dass bloß nichts liegen bleiben soll.

00:08:59: Denn auch das ist wahr!

00:09:02: Viele Menschen die schnell übernehmen helfen nicht nur aus Güte – sie helfen auch weil Sie Leerlauf schwer aushalten, weil Sie merken wenn etwas in der Luft hängt… Weil Sie spüren wie ein Raum unruhig wird Wenn niemand zuständig sein will, dann ist der Satz fast eine Form von Ordnung.

00:09:33: Du bringst wieder Bewegung hinein und der Tag läuft weiter – die anderen können atmen!

00:09:44: Und du selbst bekommst für einen Moment dieses saubere alte Gefühl gut geklärt weiter Nur bleibt etwas zurück.

00:09:58: Nicht immer sofort, oft erst später – wenn der Tag stiller wird, wenn du mit einer Tasse Tee in der Küche sitzt, wenn niemand mehr etwas von dir braucht und du plötzlich merkst wie viel von deiner Aufmerksamkeit heute schon verbraucht wurde bevor du mit dem eigenen überhaupt richtig anfangen konntest!

00:10:28: Dann zeigt sich der Preis dieses Satzes.

00:10:34: Er sieht selten wild aus, er kommt ganz geschniegelt daher sogar vernünftig!

00:10:43: Der Tisch ist aufgeräumt.

00:10:45: die Nachricht ist beantwortet der Termin steht Die Präsentation ist fertig die Stimmung gerettet – die anderen sind erleichtert Und du sitzt da und spürst diese stille Müdigkeit, die so schwer zu erklären ist.

00:11:07: Weil man nach außen doch eigentlich nur hilfreich war.

00:11:14: Darin liegt das Tückische!

00:11:17: Diese Form von Erschöpfung macht einen nicht interessant.

00:11:22: Sie sieht nicht nach Zusammenbruch aus – sie sieht nach Funktionieren alles im Griff hat, nach jemanden der sogar noch Platz für das Zeug der anderen übrig hat.

00:11:42: Gerade deshalb bleibt sie so lange unerkannt!

00:11:47: Man selbst bemerkt sie oft erst wenn etwas Bitteres dazugekommen ist – ein stiller Ärger, keine große Wut eher diese feine, trockene Reibung im Inneren wenn man einen Auftrag erledigt den man vor zwanzig Minuten noch gar nicht hatte und plötzlich merkt schon wieder.

00:12:17: Schon wieder zuerst!

00:12:19: Schon wieder schneller als gut wäre Schon wieder so reibungslos, dass kein Mensch auf die Idee kommt zu fragen ob du heute überhaupt die Richtige dafür bist.

00:12:35: Dieser Augenblick ist wichtig weil dort etwas sichtbar wird das lange in einem freundlichen Lichtstand.

00:12:47: der Satz war nie nur Güte er war auch Selbstgewohnheit Er war ein Platz, den du dir eingerichtet hast.

00:12:59: Ein Platz an dem du nützlich, geschätzt entlastend oft sogar bewundert wirkst!

00:13:10: Wer so lebt bekommt viel zurück Dankbarkeit Vertrauen ruhige Räume Das Gefühl gebraucht zu werden.

00:13:25: Nur bekommt man eine Sache oft nicht zurück, das eigene in derselben Selbstverständlichkeit.

00:13:39: Der eigene Gedanke wartet, der eigene Vormittag wird verschoben – die eigene Müdigkeit wird vertagt!

00:13:50: Der eigene Wunsch nach Langsamkeit erscheint plötzlich wie ein Luxus für den im Alltag gerade kein guter Moment

00:14:01: ist.".

00:14:03: Und so vergeht viel Zeit.

00:14:07: Nicht in Tragödien, in kleinen Abgaben.

00:14:14: Zehn Minuten hier, eine Stunde dort – ein Nachmittag der eine andere Richtung nimmt!

00:14:23: Ein Abend an dem du wieder später bei dir ankommst, weil vorher noch etwas erledigt werden musste… das eigentlich?

00:14:34: Nicht Deins wahr, der Satz.

00:14:38: Der unter dieser Folge liegt ist schlicht!

00:14:43: Wer ständig schnell übernimmt zahlt oft mit dem eigenen Vorrang.

00:14:51: Das klingt unspektakulär.

00:14:54: Es ist trotzdem viel Denn Vorrang heißt ja nicht Egoismus.

00:15:02: Vorrang heisst nur Das eigene Dorf überhaupt in der Rechnung vorkommen.

00:15:11: Und genau dort beginnt für viele Menschen etwas Neues, nicht mit einem großen Umbruch oder mit einem ganz anderen Charakter und nicht mit einer abrupten Härte die zu ihnen gar nicht passt – es beginnt mit einem Atemzug!

00:15:33: Mit der kleinen Verzögerung zwischen Frage und Antwort, Zwischen dem stockenden Raum und dem alten Satz.

00:15:45: Zwischen den Moment in dem alle kurz still werden Und deiner alten Bereitschaft sofort Ordnung zu machen.

00:16:00: Dieser Atemzug ist unscheinbar.

00:16:03: Er hat keine Helden-Geste Niemand wird ihm applaudieren und trotzdem verändert er etwas, weil er dich zurück in deiner eigene Entscheidung holt.

00:16:19: In diesem einen Atemzug taucht auch was vorher keinen Platz hatte!

00:16:26: Bin ich heute überhaupt dran?

00:16:29: Will ich das wirklich

00:16:31: tun?!

00:16:33: Was passiert wenn ich diesmal nicht zuerst spreche?

00:16:38: Was lernen die anderen wenn ich ihnen den Zwischenraum lasse.

00:16:46: Es ist erstaunlich, wie viel möglich wird, wenn du nicht sofort den alten Satz hinschickst!

00:16:55: Ein anderer steht auf, ein anderer ruft an, ein Anderer hält die Unordnung einmal selbst aus.

00:17:08: Ein Problem bleibt zehn Minuten länger bei dem Menschen, dem es

00:17:14: gehört.".

00:17:18: Das ist nicht grausam, das ist das normale Gewicht des Lebens.

00:17:24: Dass gerechter verteilt wird!

00:17:28: Und ja klar – das kann sich anfangs ungewohnt anfühlen.

00:17:34: Wer lange schnell übernommen hat erlebt jede kleine Zurückhaltung erst einmal als kleine innere Unhöflichkeit.

00:17:46: Man hört sich selbst förmlich denken Das müsstest du doch jetzt machen, das könntest Du doch.

00:17:54: Das wäre doch leichter!

00:17:57: Für wen leichter?

00:18:00: Das ist die Frage – für den Raum oft.

00:18:04: Für dich nicht unbedingt.

00:18:08: Und genau deshalb lohnt es sich diese Stelle neu zu lernen.

00:18:15: Hilfe bleibt etwas Schönes.

00:18:18: Verlässlichkeit

00:18:19: auch.".

00:18:21: Nichts daran muss verloren gehen.

00:18:25: Nur die Richtung ändert sich!

00:18:27: Der Satz kommt nicht mehr aus Reflex, er kommt aus Prüfung.

00:18:35: Dann bedeutet ich kann das schnell übernehmen?

00:18:40: Etwas ganz anderes... Dann bedeutet er nicht mehr.

00:18:45: Ich bin eben wieder der Erste.

00:18:53: habe Platz, ich entscheide mich dafür.

00:18:59: Darin liegt Würde auch für dich, denn man darf fähig sein ohne sich ständig anzubieten!

00:19:09: Man darf schnell sein, ohne sich dauernd zu überholen.

00:19:14: Man darf liebevoll sein, ohne die Welt immer von ihrer eigenen Unbequemlichkeit zu erlösen und an einem ganz gewöhnlichen Dienstag sagen.

00:19:30: Heute nicht, heute nicht auch noch das!

00:19:35: Heute soll es jemand anderes tun?

00:19:40: Darin steckt keine Härte, darin steck Ordnung.

00:19:46: Ein anderes Leben beginnt nicht damit dass du nie wieder schnell übernimmst.

00:19:52: Das wäre nicht wahr und auch nicht nötig.

00:19:56: Es beginnt dort, wo dieser Satz wieder eine Entscheidung wird.

00:20:01: Kein Reflex!

00:20:03: Keine alte Rolle!

00:20:04: Keiner automatische Bewegung die dich schon aus deinem eigenen Tag hinausgetragen hat bevor du überhaupt gemerkt hast und dass du heute selbst auch noch da bist wenn du bleiben willst.

00:20:35: abonnier gerne den Podcast Und die Nachtfrequenzen findest du in den Show notes.

00:20:42: Vier Editionen für verschiedene unruhige Stunden.

00:20:48: Gerne möchte ich euch das neue Format, ein Café mit Gloria ans Herz legen!

00:20:56: Wir treffen uns einmal im Monat wie an meinem Küchentisch.

00:21:01: Das wird eine kurze Zusatzfolge – Ein Nachklang oder ein paar Gedanken sein, die nach dem Schreiben geblieben sind.

00:21:20: Dieser Podcast wird produziert im Gräwestudio Berlin.

00:21:50: Aufnahmeleitung Volker Gräwe Assistenz Lea Kretschmar und Taha Issa.

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